Aktien, Gold, Immobilien, Sparkonto: die grosse Familie der Anlagen

Wenn es ums Anlegen geht, verliert man sich schnell in Fachwörtern. Machen wir es einfach: Es gibt ein paar grosse Familien, wie Tiere in einem Zoo. Jede hat ihren Charakter.

Das Sparkonto – das Kaninchen unter der Glasglocke

Ihr Geld ist geschützt, Sie können es jederzeit zurücknehmen. Aber es bringt fast nichts. Wegen der Teuerung verliert es sogar jedes Jahr etwas an Kraft. Risiko: sehr tief · Rendite: sehr tief · Leicht verfügbar: ja

Obligationen – die Schildkröte

Sie leihen einem Staat oder einer Firma Geld, die es Ihnen später mit Zinsen zurückzahlt. Langsam und regelmässig. Aber Achtung: Kann der Schuldner nicht zahlen, verlieren Sie. Risiko: tief bis mittel · Rendite: bescheiden · Leicht verfügbar: eher ja

Aktien – der Löwe

Sie kaufen ein kleines Stück einer Firma: Sie werden Miteigentümer. Wächst sie, ist Ihr Anteil mehr wert, und manchmal zahlt sie Ihnen einen Teil ihres Gewinns aus. Der Löwe ist stark, aber unberechenbar: In manchen Jahren stürzt er tief. Risiko: kurzfristig hoch · Rendite: langfristig am höchsten · Leicht verfügbar: ja (an der Börse)

Immobilien – das Schneckenhaus

Eine Wohnung, ein Haus. Man erhält Mieten, und der Wert kann mit der Zeit steigen. Aber ein Haus verkauft man nicht mit einem Klick, und man braucht viel Geld für den Einstieg. Risiko: mittel · Rendite: langfristig gut · Leicht verfügbar: nein, es dauert

Gold – der goldene Igel

Gold zahlt weder Zinsen noch Mieten noch Gewinne. Aber es behält seinen Wert seit Tausenden von Jahren und hält sich gut, wenn alles schiefgeht oder das Geld an Wert verliert. Risiko: mittel, es schwankt stark · Rendite: langfristig tief · Leicht verfügbar: ja

Was die Geschichte sagt

Eine grosse Studie hat die Rendite dieser Familien in 16 reichen Ländern von 1870 bis 2015 berechnet. Ergebnis: Aktien und Immobilien haben mit Abstand am meisten gebracht, im Schnitt rund 7 % pro Jahr nach Abzug der Teuerung – gegenüber wenigen Prozent bei Obligationen und Konten.

Die goldene Regel

Kein Tier ist perfekt. Darum hält man mehrere: den Löwen zum Wachsen, Schildkröte und Igel zum Schutz, das Kaninchen für den Alltag. Und je länger der Zeithorizont, desto mehr Platz darf der Löwe haben.

Heute Abend mit Ihrem Kind

Fragen Sie es, welches Tier es als Anlage wäre – und warum. Dann umgekehrt: Welches Tier sind Sie? Sie werden beide viel über Ihr Verhältnis zum Risiko lernen.

Weiterlesen

  • Jordà, Ò., Knoll, K., Kuvshinov, D., Schularick, M. & Taylor, A. (2019). The Rate of Return on Everything, 1870–2015. Quarterly Journal of Economics, 134(3).

  • Dimson, E., Marsh, P. & Staunton, M. (2002). Triumph of the Optimists. Princeton University Press.

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Bildungsinhalt, keine Anlageberatung. Vergangene Renditen garantieren keine zukünftigen.

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