«Hätte ich doch nur früher angefangen»

Fragen Sie zehn Erwachsene mit 40, was sie an ihren Finanzen ändern würden. Die Antwort ist fast immer dieselbe: «Ich hätte früher anfangen sollen.» Nicht mehr. Nicht schlauer. Früher.

Dieses Bedauern hat einen einfachen Grund. Gespartes Geld schläft nicht nur: Es kann jedes Jahr etwas abwerfen. Und dieser kleine Gewinn wirft seinerseits etwas ab. Mit der Zeit wird dieser Schneeballeffekt riesig. Entscheidend ist also nicht der Betrag, sondern die Anzahl Jahre.

Ein Beispiel, das wehtut (und guttut)

Nehmen wir eine durchschnittliche Rendite von 5 % pro Jahr an – nicht garantiert, aber typisch für eine ausgewogene Anlage über lange Zeit.

  • Lea legt von Geburt bis 18 jeden Monat CHF 50 zur Seite, danach nichts mehr. Eingezahlt: CHF 10 800. Mit 65 hat sie rund CHF 173 000.

  • Marc beginnt mit 30 und zahlt bis 65 jeden Monat CHF 50 ein. Er zahlt fast doppelt so viel ein, CHF 21 000. Mit 65 hat er rund CHF 57 000.

Lea hat halb so viel eingezahlt und hat am Ende dreimal mehr. Ihr einziger «Trick»: Ihre Eltern haben für sie angefangen.

Unabhängig heisst nicht reich

Finanziell unabhängig sein heisst «Nein» sagen können: zu einer Arbeit, die nicht passt, zu einem Kredit, den man nicht braucht, zu jemandem, der für einen entscheiden möchte. Es ist die Freiheit, sein Leben selbst zu wählen. Und diese Freiheit entsteht früh, durch kleine Gewohnheiten.

Forschende der Universität Cambridge haben gezeigt, dass sich Geldgewohnheiten bereits mit 7 Jahren bilden. Was Ihr Kind jetzt lernt – warten, vergleichen, einen Teil behalten –, wird es als Erwachsener fast automatisch wiederholen.

Heute Abend mit Ihrem Kind

  1. Nehmen Sie drei Gläser: Ausgeben, Behalten, Wachsen lassen.

  2. Bei jedem Sackgeld verteilt es seine Münzen selbst.

  3. Das Glas «Wachsen lassen» wird erst nach einem Jahr geöffnet. Versprechen Sie einen kleinen «Bonus» von Ihnen am Ende – so spürt es, was «Rendite» bedeutet.

Sie haben nicht mit 6 angefangen? Kein Problem. Ihr Kind kann es. Das schönste Geschenk, das Sie ihm machen können: Zeit.

Weiterlesen

  • Lusardi, A. & Mitchell, O. (2014). The Economic Importance of Financial Literacy. Journal of Economic Literature, 52(1).

  • Whitebread, D. & Bingham, S. (2013). Habit Formation and Learning in Young Children. University of Cambridge / Money Advice Service.

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Bildungsinhalt, keine Anlageberatung. Renditen sind nicht garantiert.

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Der Schneeball: der Trick, den Ihnen niemand erklärt hat